Das länderübergreifende regionale Entwicklungskonzept (LüREK) bündelt die Aktivitäten und Planungen der Anliegerkommunen Lützen, Hohenmölsen, Teuchern, Zeitz, Elsteraue (Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt) sowie Elstertrebnitz und Pegau (Landkreis Leipzig, Sachsen) in enger Zusammenarbeit mit der MIBRAG rund um den Tagebau Profen.
Dieser wird nach und nach stillgelegt und ab 2030 geflutet. Die Wiederherstellung bzw. Ergänzung von Infrastruktur, die zukunftsfähige Gestaltung des Gebietes rund um den Tagebau und die aktive Einbeziehung der Bevölkerung sind primäre Anliegen des Konzepts.
Die Kooperation dieser Akteure ermöglicht eine gemeinsame Umsetzung des LüREK und die Realisierung der geplanten Vorhaben. Die SEWIG beteiligt sich aktiv an diesem Prozess durch regelmäßige Treffen.
Erfahren Sie mehr über das Entwicklungsleitbild für die Bergbaufolgelandschaft Profen:
Ziel des LüREK
Das LüREK verfolgt das Ziel, ein gemeinsames räumliches Leitbild für die Bergbaufolgelandschaft Profen zu entwickeln und die Region nach dem Kohleausstieg nachhaltig neu auszurichten.
Dabei sollen dauerhafte industrielle Wertschöpfung gesichert und neue wirtschaftliche Perspektiven geschaffen werden, gleichzeitig wird die Region als attraktiver Wohn-, Arbeits- und Lebensraum gestärkt. Nutzungskonflikte sollen vermieden und kommunale Aktivitäten koordiniert werden, um eine einheitliche Entwicklungsstrategie zu etablieren. Zudem dient das Leitbild der Identitätsbildung sowie als Entscheidungs- und Steuerungsgrundlage für Politik, Verwaltung und Fördermittelakquise.
Aufgaben des LüREK
Zu den Aufgaben des LüREK zählen die umfassende Analyse der regionalen Rahmenbedingungen und Potenziale, die Entwicklung eines langfristig angelegten raumbezogenen Leitbildes und die Ableitung priorisierter Handlungsfelder. Darauf aufbauend werden konkrete Leitprojekte definiert, die den Strukturwandel praktisch umsetzen sollen.
Das Konzept koordiniert länder- und kommunenübergreifende Planungen, bündelt Interessen, unterstützt nachhaltige Standort- und Flächenentwicklung und schafft Entscheidungsgrundlagen für Investitionen. Gleichzeitig fördert es Innovation, Klimaschutz und regionale Wertschöpfung sowie den Aufbau wirksamer Steuerungs- und Kommunikationsstrukturen.
Schwerpunktbereiche des LüREK
Das LüREK bearbeitet vier zentrale Schwerpunktbereiche:
- Im Feld Verkehrsinfrastruktur stehen Erreichbarkeit, Vernetzung, Stärkung des ÖPNV sowie Rad- und Mobilitätsangebote im Fokus.
- Der Bereich Natur und Landschaft konzentriert sich auf Bioökonomie, Renaturierung, Klimaanpassung, grünen Verbund und nachhaltiges Wassermanagement.
- Wirtschaft, Industrie und Arbeitsmarkt umfassen die Weiterentwicklung von Industrie- und Gewerbeflächen, Leitbranchen wie Energie- und Chemiewirtschaft, Förderung von Forschung und Digitalisierung sowie Qualifizierung und Ausbildung.
- Kultur, Tourismus und Erholung zielen auf die Entwicklung der Seenlandschaften, Industriekultur, Aktiv- und Kulturtourismus sowie auf die Vernetzung touristischer Angebote.
- Ergänzend wirken übergreifende Querschnittsthemen zu Organisation, Nachhaltigkeit, Genehmigungsfragen und Digitalisierung.
Wichtigste Themen im LüREK
Zentrale Themen des LüREK sind der klimaneutrale industrielle Strukturwandel, die nachhaltige Umnutzung ehemaliger Bergbau- und Industriestandorte, der Ausbau moderner Verkehrs- und Mobilitätsnetze sowie die Aufwertung der Kulturlandschaft als Standortfaktor.
Weitere Schwerpunkte liegen in der Förderung von Forschung, Innovation und Existenzgründung, der Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze durch Aus- und Weiterbildung, der Entwicklung vielfältiger Freizeit- und Tourismusangebote sowie der Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten im Sinne einer zirkulären Bioökonomie.
Gleichzeitig wird die Vernetzung kommunaler Akteure und Projekte als Grundlage einer gemeinsamen Regionalentwicklung betont.
Nächste Schritte
Als nächste Schritte sieht das LüREK den Aufbau einer länderübergreifend organisierten Umsetzungsstruktur in Form eines Zweckverbandes vor, ergänzt durch ein zentrales Umsetzungsmanagement. Dieses soll die Priorisierung und Steuerung der Leitprojekte übernehmen, Finanzierungsmöglichkeiten erschließen und einzelne Maßnahmen initiieren.
Zudem sind die Abstimmung von Zuständigkeiten, die Bündelung kommunaler Ressourcen sowie die laufende Bewertung und Anpassung der Handlungsfelder vorgesehen. Öffentlichkeitsarbeit, Beteiligung regionaler Akteure und ein kontinuierliches Monitoring sollen die Umsetzung begleiten und den Fortschritt kontrollieren.


